wenn das hirn wüsste, das es weiss. wenn das herz die einfachheit seiner mechanik erkannte und vor schreck und scham stehen bliebe. wenn das loch im vorderteil des kopfes keine speise, keinen trank mehr gierig aufnähme und der letzte laut längst verklungen ist. dann, ja dann geht es unter geschrei und augensekret in einen länglichen graben; gebettet in einen kasten aus holz. tief vergraben wie ein schatz. wenn das hirn nur wüsste, das es weiss, mein freund. dann würde es dir lieder singen von bibliothekskadetten, die schon morgens mit dem morgenstern wedeln, von saubohnen mit speck, von frauen, rot und prall wie die äpfel am baum. von sonnengegerbten tagen des meeres, von den sieben todsünden des windes. vom heimatland der stimmen in der nacht und den zarten pflanzen im schwarzen federkleid. wenn das herz die einfachheit seiner mechanik erkannte und dir von den geheimen kammern erzählte, die als feinstimmiges uhrwerk den weltenlauf bestimmen. wenn das loch im vorderteil des kopfens offen steht und mit torfmoos gefüllt alle worte in einem vereint. dann, ja dann mein freund, ist es zeit hinabzusteigen. sieh: "da liegt der hund begraben!"
31.08.2009
physiognomalie
White noise from Dick van de Kloeten @ 17:51