Schließe Deine Augen. Ich zähle die Buchstaben ab und leite Dich mit ruhiger Stimme über ein Zahlengewitter in das Land. Die Schiene führt und befiehlt, meine Lebensader gibt Dir Sicherheit. Du bist in dem Land, welches lauthals den Ausweis beschreit. Steh auf und mach´ Dich auf den Weg. Folge den eindeutigen Signalen - warte nicht auf das Europa und den Heroen. Vertraut fällt der Baum der Gefangenschaft vor meine Füsse. Ich ignoriere und springe in einem Kopfbogen über das Gefängnis des Alltags. An Seilen wird eine alte Bahn gezogen - von tausend Händen. Da steht nunmehr ein Werk aus Stahl und billigem Kunststoff. Ich steige ein und folge dem Schaffner in die Schlafwagenabteile. Er - nach Schnaps riechend - rückt seine Nickelbrille gerade und zeigt mir den Weg nach Norden. Ich folge und schweige. Wohlwissend, der Zug trennt die beiden Kreise die einst Eins waren. Schnell verlässt der Zug den Bahnhof, schnell dieses Land - weinerlich und in einer Trauerblase verhaftet. Ohne Licht das Dunkel sehend und ohne Hoffnung auf ein Gestern. Es wurde gesagt, es würde wieder gut werden, Helligkeit weiche und erscheine erneut. Wenn ich diesen Gedanken in einer Kiste begrabe, scheint der Kreislauf geschlossen. Wenn ich aufwache, ist mir heiß - kalt. Die Richtung des Zuges ist mir nicht bewußt. Lass Dich tiefer sinken. Warte auf die Nachricht - sie erscheint, wenn ich langsam bis drei gezählt habe. 1,2,3...
19.09.2009
Kreisverkehr
White noise from Dick van de Kloeten @ 12:08

